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Sanfte Rebellin

Fatoumata Diawara - Rebellin mit sanfter Stimme.
Ein Film von Jürg Gautschi


2012, Dokumentarfilm (20')
SRF

Fatoumata Diawara heisst der neue Stern am World Music Himmel. Mit ihrem Debüt-Album „Fatou“ schaffte sie es 5 Monate lang an die Spitze der World Music Charts. Die junge Sängerin aus Mali begeistert mit ihrer warmen Stimme, rhythmusbetonten Arrangements und charismatischer Ausstrahlung. Ihre kämpferischen und zugleich poetischen Lieder erzählen von Erfahrungen, die sie als junge Frau in Afrika machen musste: Beschneidung, patriarchale Bevormundung, Unterdrückung. Letztes Jahr im April besuchte Fatou die Schweiz, wo sie Jürg Gautschi an die Stanser Musiktage begleitete.

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Fatoumata Diawara wurde 1982 an der Elfenbeinküste geboren, wo sie als Tochter eines bekannten malischen Tänzers aufwuchs. Mit zwölf Jahren beschloss sie, nicht mehr zur Schule zu gehen und nur noch zu tanzen. Die Antwort des Vaters war, sie nach Bamako zu einer Tante zu schicken, die dort als Schauspielerin lebte. Fatoumata schnupperte Filmluft. Ihre erste kleine Rolle erhielt sie als 14-Jährige im Film „Taafe Fangan“ (engl. „The Power of Women“). Den grössten Erfolg hatte sie in der Hauptrolle in Dani Kouyatés Film „Sia, The Dream of the Python“, der 2001 in Cannes ausgezeichnet wurde.

Das Ende ihrer hoffnungsvollen Filmkarriere kam mit ihrem 18. Geburtstag und der in Afrika weit verbreiteten Tradition, dass eine Frau in diesem Alter zu heiraten und sich auf die Rolle der Ehefrau und Mutter zu konzentrieren hat. Fatoumatas Familie zwang sie, öffentlich im Malischen Fernsehen zu verkünden, dass sie auf eine weitere Karriere verzichte.

Fatoumata flüchtete auf abenteuerliche Weise nach Frankreich, wo sie sich der Strassentheatergruppe „Royale de Luxe“ aus Nantes anschloss. Dort begann sie, ihre ersten Lieder zu schreiben: erst nur für sich, dann – vom Regisseur entdeckt und dazu ermuntert – auch fürs Theater.

Mehr und mehr entschied sich Fatou für die Musik. Nach der Zusammenarbeit mit verschiedenen Künstlern wie Angélique Kidjo, Oumou Sangaré, Herbie Hancock oder Damon Albarn, gelangte ein Demoband mit ihren Liedern in die Hände von Nick Gold, dem Produzenten des Buena Vista Social Clubs. Das Resultat ist „Fatou“, das erste Album von Fatoumata Diawara, mit dem die Sängerin seit letztem September mit grossem Erfolg durch Europa tourt.

Fatoumata Diawaras Lieder schöpfen aus der reichen südmalischen Kultur des Wassoulou. Gemischt mit Soul, Funk und Jazz, entsteht eine Folk-Musik von ganz eigener Prägung.

Zu hören war Fatoumata Diawara mit Band anlässlich der Stanser Musiktage 2012 im Kollegium St. Fidelis. Für „Stars“ besuchte Jürg Gautschi die Sängerin in ihrer Wahlheimat Paris und begleitet sie an ihr Konzert nach Stans.

Sanfte Rebellin
Fatou, Album von Fatoumata Diawara, 2011
by moxi